Kanadisches Berufskraut
Conyza canadensis (Synoyme: Erigeron canadensis; Katzenschweif oder Weiße Dürrwurz)
Conyza canadensis (Synoyme: Erigeron canadensis; Katzenschweif oder Weiße Dürrwurz)
Das Kanadische Berufskraut ist eine ein- bis zweijährige, krautige Pflanze und stammt ursprünglich aus Nordamerika. Seit der Einführung nach Europa im 17. Jahrhundert hat es sich stark ausgebreitet und ist heute in ganz Mitteleuropa verbreitet. Typische Standorte sind Ruderalflächen, Straßenränder, Schuttplätze, Bahndämme und landwirtschaftliche Flächen. Die Pflanze bevorzugt sonnige, sandige Böden, ist jedoch äußerst anpassungsfähig und besiedelt viele gestörte Flächen.
Das Kanadische Berufskraut wächst schlank und aufrecht und erreicht eine Höhe von 30 bis 100 cm. Die schmalen, lanzettlichen Blätter sind wechselständig angeordnet und oft fein behaart. Von Juli bis Oktober erscheinen zahlreiche kleine, weißlich-gelbe Blüten in dichten, rispenartigen Körbchen. Besonders auffällig ist die enorme Samenproduktion: Eine einzelne Pflanze kann bis zu 100.000 Samen bilden, die mit Hilfe von Flughaaren – ähnlich wie beim Löwenzahn – durch den Wind über weite Strecken verbreitet werden. Die Samen sind sehr keimfähig und ermöglichen eine schnelle Ausbreitung auch über große Distanzen.
Das Kanadische Berufskraut ist ein konkurrenzstarker Neophyt, der durch seine hohe Samenproduktion und schnelle Keimfähigkeit heimische Pflanzenarten verdrängt. In der Landwirtschaft kann es insbesondere in Kulturen wie Sojabohnen, Mais oder Zuckerrüben Ertragsverluste verursachen. In naturnahen Lebensräumen und Schutzgebieten gefährdet es die Artenvielfalt, da es dichte Bestände bildet und so die Entwicklung bodennaher, heimischer Flora unterdrückt.
Sehr ähnlich ist das Einjährige Berufskraut (Erigeron annuus), das ebenfalls aus Nordamerika stammt, ähnliche Standorte besiedelt und als invasiv gilt. Es wird gelegentlich als Zierpflanze in unterschiedlichen Blütenfarben (weiß, rosa, violett) im Handel angeboten, kann sich aber unkontrolliert ausbreiten und sollte daher nicht im Garten gepflanzt werden.
Um die Ausbreitung des Kanadischen Berufskrauts einzudämmen, sollten Einzelpflanzen möglichst frühzeitig – vor der Samenreife – entfernt werden. Bei kleinen Beständen empfiehlt sich das Ausreißen oder Ausstechen der Pflanzen, idealerweise nach Regen, wenn der Boden feucht ist. Größere Bestände können durch wiederholtes Mähen oder Mulchen während der Blütezeit zurückgedrängt werden. Wichtig: Das Schnittgut muss vollständig entfernt und fachgerecht entsorgt werden, da die Samen auch nach dem Schnitt noch ausreifen können. Eine regelmäßige Nachkontrolle der Flächen ist unerlässlich, um eine erneute Ausbreitung zu verhindern.
Statt auf invasive Berufskräuter zurückzugreifen, empfiehlt es sich, heimische Wildpflanzen zu fördern. Besonders geeignet sind beispielsweise:
Diese Arten bieten nicht nur einen hohen ökologischen Wert für Insekten, sondern tragen auch zur Erhaltung der heimischen Artenvielfalt bei.