Amerikanische Kermesbeere 

Phytolacca americana (Synonyme: Zehnmännige Kermesbeere, Schminkbeere)

Herkunft und Ausbreitung 

Die Amerikanische Kermesbeere stammt aus Nordamerika, und ist im 17. Jahrhundert ursprünglich als Zierpflanze und Färbepflanze in unsere Gärten gekommen. Heute macht sie durch ihre starke Ausbreitung besonders Waldbesitzern Probleme. Sie wächst bevorzugt an Straßenrändern, Schuttplätzen, in feuchten Dickichten und Wäldern.

Erkennungsmerkmale 

Die krautige Pflanze wächst aufrecht und erreicht eine Höhe von bis zu 3 m. Die Amerikanische Kermesbeere treibt Anfang März aus und stirbt mit den ersten Frösten ab, überdauert den Winter aber als Rübe. Besonders gut erkennt man die Staude an den rötlich überlaufenen Stängeln und den im reifen Zustand fast schwarzen Früchten. Die weißen, bogig überhängenden Traubenblüten findet man von Mai bis in den September hinein. Das Blatt der Amerikanischen Kermesbeere ist eiförmig bis lanzettlich.

Kermesbeere im Wald
Frucht der Kermesbeere

Problematik 

Die Amerikanische Kermesbeere wächst sehr schnell und ist durch ihre hohe Samenproduktion besonders konkurrenzstark. Verbreitet werden die Samen unter anderem von Vögeln, dadurch bilden sich schnell Reinbestände. 

Außerdem gibt die Pflanze über ihre Wurzel Phenol in den Boden ab, ein Wirkstoff, der andere Arten am Keimen hindert. Alle Pflanzenteile der Kermesbeere sind giftig.

Bekämpfung 

Zur Bekämpfung der als invasiv geltenden Art muss die gesamte Pflanze mit Wurzel ausgerissen oder ausgegraben werden. Anschließend müssen die Pflanzen sachgerecht entsorgt werden, zum Beispiel über den Hausmüll oder durch Verbrennen. Die Samen können nämlich trotzdem nachreifen und sich weiter verbreiten. Frühzeitiges Handeln und eine regelmäßige Kontrolle sind wichtig.

Wurzel der Kermesbeere
Kermesbeere Jungpflanze

heimische Alternativen 

Im eigenen Garten sollte auf heimische Alternativen gesetzt werden. Einige heimische Sträucher ähneln der Amerikanischen Kermesbeere in Farbgebung oder Frucht:

  • Gewöhnliches Pfaffenhütchen (Euonymus eropaeus)
  • Gewöhnlicher Liguster (Ligustrum vulgare)
  • Kreuzdorn (Rhamnus cathartica)

Diese heimischen Stauden haben ähnliche Standortansprüche:

  • Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Wald-Geißbart (Aruncus dioicus)